Wenn jemand Ihr Unternehmen bei Google findet, passiert oft Folgendes:
Er oder sie schaut nicht als Erstes auf Ihre Webseite.
Sondern auf Sterne, Anzahl der Bewertungen und die neuesten Kommentare.
Und dann kommt der Moment, der über „Anrufen / Anfrage“ entscheidet:
Wie wirkt das hier insgesamt? Professionell? Nahbar? Zuverlässig?
Die gute Nachricht: Sie können nicht steuern, ob Menschen Bewertungen schreiben.
Aber Sie können sehr wohl steuern, wie Ihr Unternehmen in diesem Moment wirkt – durch Ihre Antworten.
Und ja: Das ist nicht nur „nett“. Das ist messbar relevant für Local SEO, weil lokale Ergebnisse u. a. auf Relevanz, Entfernung und Prominenz basieren – und Bewertungen ganz klar in diese Wahrnehmung (Prominenz) einzahlen.
Warum Antworten auf Bewertungen so viel bringen (gerade für Dienstleister)
Für Dienstleister sind Bewertungen kein „Nice to have“. Sie ersetzen oft das, was man online nicht sehen kann: Qualität, Zuverlässigkeit, Umgangston.
Eine gute Antwort wirkt dabei wie ein kleines Schaufenster:
- Sie zeigt, dass Sie ansprechbar sind (nicht nur erreichbar).
- Sie macht aus einem Lob ein Vertrauenssignal.
- Sie entschärft Kritik, bevor sie eskaliert.
- Sie beeinflusst, ob jemand denkt: „Okay, die kümmern sich“ – und klickt.
Kurz wichtig: Was Google erlaubt – und was Sie sich sparen sollten
Google ist bei Bewertungen und „Fake Engagement“ ziemlich klar. Nicht erlaubt sind u. a.:
- Anreize für Bewertungen (Rabatte, Geschenke, Gewinnspiele etc.)
- Aufforderungen, negative Bewertungen zu unterdrücken („Bitte löschen…“)
- Selektives Sammeln nur bei zufriedenen Kunden („nur die Guten sollen bewerten“)
Und: Wenn Google Fake-Bewertungen erkennt, kann das zu Einschränkungen fürs Profil führen (z. B. zeitweise keine neuen Bewertungen).
Auch wichtig für Ihre Antworten: Keine persönlichen Daten veröffentlichen (z. B. Diagnosen, Auftragsdetails, vollständige Namen). Google nennt persönliche Informationen ausdrücklich als Problemfeld.
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Die 5 Regeln für Antworten, die Klicks erhöhen (ohne gekünstelt zu wirken)
1) Antworten Sie auf jede Bewertung
Ja, auch auf 5 Sterne ohne Text. Warum? Weil es Aktivität zeigt – und weil potenzielle Kunden sehen: „Hier wird nicht geschwiegen.“
2) Bleiben Sie kurz – aber nicht generisch
„Vielen Dank!“ reicht selten. Zwei Sätze mehr, die zeigen, dass es echt ist, machen den Unterschied.
3) Greifen Sie ein Detail auf (wenn vorhanden)
Ein Wort aus der Bewertung reicht: „schneller Termin“, „pünktlich“, „sauber gearbeitet“, „freundlich erklärt“. Das wirkt sofort glaubwürdig.
4) Schreiben Sie so, dass auch Außenstehende mitlesen können
Ihre Antwort ist nicht nur für die Person, die bewertet hat. Sie ist für die nächsten 50, die danach schauen.
5) Kein Streit. Kein Rechtfertigungsroman.
Bei Kritik gilt: ruhig bleiben, Verantwortung übernehmen, Lösung anbieten – und dann offline klären.
Die einfachste Formel (funktioniert in 90% der Fälle)
Danke + Bezug + nächster Schritt (optional)
- Danke: Wertschätzung
- Bezug: 1 konkreter Satz, der zeigt, dass es nicht Copy/Paste ist
- Nächster Schritt: z. B. „Melden Sie sich, wenn…“ / „Wir kümmern uns…“
Copy-Paste-Vorlagen für Dienstleister (5 Sterne bis 1 Stern)
Nutzen Sie die Vorlagen gern als Basis. Tauschen Sie einfach die Klammern aus – und lassen Sie es nach „Sie“ klingen, nicht nach Textbaustein.
5 Sterne (mit Text)
Vorlage A (klassisch):
„Vielen Dank für Ihre Bewertung, [Name]! Es freut uns sehr, dass Sie besonders [Detail aus der Bewertung] positiv erlebt haben. Genau darauf legen wir im Alltag großen Wert. Alles Gute und bis zum nächsten Mal!“
Vorlage B (mehr Richtung/CTA, ohne zu pushy):
„Danke für die 5 Sterne, [Name]! Schön, dass [Leistung/Ergebnis] für Sie so gut gepasst hat. Wenn Sie wieder Unterstützung bei [Thema] brauchen, sind wir gern da.“
5 Sterne (ohne Text)
„Vielen Dank für Ihre 5-Sterne-Bewertung! Wir freuen uns sehr darüber – und geben weiterhin unser Bestes, damit alles zuverlässig und reibungslos läuft.“
4 Sterne (leichtes Verbesserungssignal)
„Vielen Dank für Ihre Bewertung! Es freut uns, dass Sie insgesamt zufrieden waren. Wenn Sie uns kurz sagen möchten, was gefehlt hat, damit es beim nächsten Mal 5 Sterne werden, nehmen wir das gern mit.“
3 Sterne (neutral – hier zählt Haltung)
„Danke, dass Sie sich die Zeit für eine Bewertung genommen haben. Schade, dass wir Sie nicht vollständig überzeugen konnten. Wenn Sie möchten, schreiben Sie uns kurz, was wir konkret verbessern können – wir nehmen Feedback wirklich ernst.“
1–2 Sterne (berechtigte Kritik: deeskalieren + Lösung)
„Vielen Dank für Ihr Feedback. Es tut uns leid, dass Sie eine schlechte Erfahrung gemacht haben – das entspricht nicht unserem Anspruch. Bitte melden Sie sich direkt bei uns mit [Datum/kurzer Hinweis], damit wir den Fall prüfen und eine Lösung finden können.“
(Wichtig: Kein öffentliches Ausrollen von Details.)
1 Stern (unklar / wirkt wie falscher Betrieb)
„Danke für Ihre Rückmeldung. Wir können Ihren Fall aktuell nicht zuordnen. Bitte melden Sie sich kurz mit ein paar Details (z. B. Datum/Leistung), damit wir das prüfen können.“
Bewertung enthält Beleidigungen / persönliche Daten
Hier: kurz bleiben, nicht diskutieren. Außerdem prüfen, ob das gegen Richtlinien verstößt (z. B. persönliche Daten, Hass, Obszönität).
„Wir möchten respektvoll bleiben und klären Anliegen gern direkt. Bitte kontaktieren Sie uns, damit wir das prüfen können.“
Was tun bei Fake-Bewertungen oder Regelverstößen?
Nicht mit Wut reagieren. Das wirkt nach außen schlechter als die Bewertung selbst.
Sinnvoller Ablauf:
- Antwort kurz und sachlich, wie oben („nicht zuordnen“, „bitte melden“).
- Melden/flaggen, wenn es ein klarer Verstoß ist (z. B. Incentives, nicht echte Erfahrung, persönliche Daten, Beleidigungen). Google nennt „Fake engagement“ und persönliche Informationen explizit als entfernbare Inhalte.
- Parallel intern dokumentieren (Screenshot, Datum, Profilname).
Und falls Sie jemals mit dem Gedanken spielen: „Wir geben einen Gutschein für eine Bewertung“ – lassen Sie es. Google kann bei Fake-Bewertungen Einschränkungen setzen.
So bekommen Dienstleister mehr Bewertungen – ohne Risiko
Der größte Hebel ist nicht „mehr bitten“. Sondern besser timen.
Der beste Zeitpunkt ist fast immer: direkt nach dem positiven Moment.
- Nach erfolgreichem Termin
- Nach Abschluss eines Auftrags
- Nach Übergabe / Abnahme
- Nach einer schnellen Hilfe („Danke, dass Sie so fix da waren!“)
Google macht es leicht, einen Bewertungslink oder QR-Code zu erstellen, damit Kunden nicht suchen müssen.
Copy-Paste-Text für SMS/WhatsApp
„Hallo [Name], danke nochmal für Ihren Besuch / Auftrag. Wenn Sie 30 Sekunden haben: Wir freuen uns über eine kurze Google Bewertung. Den Link sende ich Ihnen hier mit. Vielen Dank!“
Copy-Paste-Text für E-Mail (seriös)
Betreff: „Kurze Bitte um Feedback“
Text:
„Guten Tag [Name], vielen Dank für Ihr Vertrauen. Wenn Sie mit unserer Leistung zufrieden waren, würden wir uns über eine kurze Google Bewertung freuen. Das hilft anderen bei der Entscheidung – und uns, besser zu werden. Den Bewertungslink finden Sie hier: [Link]. Vielen Dank!“
(Wichtig: keine Anreize, keine „nur wenn Sie zufrieden waren“-Formulierung – Google verbietet u. a. das selektive Einholen positiver Bewertungen.)
Mini-Checkliste: So sieht ein „starkes“ Bewertungsprofil aus
- Sie antworten auf alle Bewertungen (auch ohne Text).
- Ihre Antworten sind kurz, konkret und respektvoll.
- Kritik wird sachlich gelöst, nicht diskutiert.
- Kein öffentliches Teilen von persönlichen Informationen.
- Sie haben ein einfaches System zum Sammeln (Link/QR).
Fazit: Antworten sind Ihr schnellster Vertrauens-Booster
Bewertungen kommen sowieso. Die Frage ist nur, ob sie „passieren“ – oder ob Sie sie aktiv nutzen.
Wenn Sie konsequent antworten, passiert meist genau das, was Dienstleister wollen:
Mehr Vertrauen, mehr Klicks, weniger Unsicherheit – und am Ende mehr passende Anfragen.
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