Sie investieren Zeit in SEO. Sie schreiben Inhalte, optimieren Landingpages, erweitern Leistungen, bauen Blogartikel auf.
Und trotzdem passiert manchmal etwas, das sich von außen wie „Google macht komische Dinge“ anfühlt:
Mal rankt Seite A, dann Seite B. Die Positionen springen. Die Klicks bleiben unter den Erwartungen – obwohl die Inhalte eigentlich gut sind.
Sehr oft steckt dahinter kein mysteriöses Update, sondern ein hausgemachtes Problem:
Keyword-Kannibalisierung.
Heißt: Mehrere Ihrer eigenen Seiten konkurrieren um dasselbe Keyword (oder dieselbe Suchintention). Google weiß dann nicht eindeutig, welche Seite „die beste Antwort“ ist – und verteilt Signale, statt sie zu bündeln.
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie Keyword-Kannibalisierung sicher erkennen, sauber beheben und künftig vermeiden, ohne Ihre Webseite auseinanderzunehmen.
Was ist Keyword-Kannibalisierung – ganz einfach erklärt?
Keyword-Kannibalisierung bedeutet: Zwei oder mehr URLs Ihrer Webseite sind so ähnlich ausgerichtet, dass sie für dieselbe Suchanfrage (oder sehr ähnliche) ranken wollen.
Das klingt erstmal nicht schlimm – schließlich ist es doch gut, wenn viele Seiten sichtbar sind, oder?
Manchmal ja. Aber häufig passiert genau das Gegenteil:
- Rankings werden instabil (URL wechselt ständig)
- Ihre stärkste Seite wird ausgebremst
- Backlinks, interne Links und Relevanz-Signale verteilen sich
- CTR und Conversion leiden, weil Google nicht die passende Seite zeigt
Kurz: Sie haben nicht „mehr Chancen“, sondern mehr Verwirrung.
Woran Sie Keyword-Kannibalisierung erkennen (die typischen Symptome)
Wenn Sie eines (oder mehrere) dieser Zeichen sehen, lohnt sich ein Check:
1) Die rankende URL wechselt
Heute ist es ein Blogartikel, morgen die Leistungsseite, nächste Woche die Startseite.
2) Sie ranken mit mehreren Seiten für dasselbe Keyword – aber keine richtig gut
Viele Impressionen, mäßige Positionen, wenig Klicks.
3) Die falsche Seite rankt
Zum Beispiel ein Blogartikel für ein Keyword, das eigentlich Anfragen bringen soll – während die Leistungsseite irgendwo hinten hängt.
4) Sie haben ähnliche Inhalte mehrfach
„SEO Beratung“, „SEO Agentur“, „SEO Betreuung“ – drei Seiten, die im Kern dasselbe sagen.
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Das ist nicht immer Kannibalisierung (wichtige Einordnung)
Nicht jede Doppel-Rankingsituation ist automatisch ein Problem.
Unkritisch ist es oft, wenn:
- zwei Seiten unterschiedliche Suchintentionen bedienen (Info vs. Kauf/Anfrage)
- Google klar eine Seite bevorzugt und die andere nur gelegentlich auftaucht
- die zweite URL nur bei Long-Tails rankt (und das sinnvoll ist)
Kritisch ist es meist, wenn:
- beide Seiten dieselbe Intention bedienen
- Google ständig zwischen URLs hin- und herspringt
- Sie eigentlich eine klare „Hauptseite“ haben müssten
Merksatz:
Wenn Sie selbst nicht sofort sagen können, welche Seite „die“ Seite für das Thema ist, kann Google es auch schwer haben.
Warum Keyword-Kannibalisierung entsteht (die häufigsten Ursachen)
In der Praxis passiert das selten absichtlich. Meistens durch Wachstum:
1) Webseite wächst ohne Keyword-Plan
Neue Leistungen, neue Branchen, neue Standorte – und jedes Mal entsteht „noch eine Seite dazu“.
2) Blog + Leistungsseite behandeln dasselbe Thema
Der Blogartikel wird gut – und nimmt der Leistungsseite die Sichtbarkeit weg.
3) Mehrere Landingpages für ähnliche Keywords
„Webdesign für Unternehmen“ / „Webdesign für KMU“ / „Webdesign für Mittelstand“ – am Ende ist die Seite praktisch identisch.
4) Kategorien/Tags erzeugen zusätzliche URLs
Gerade bei CMS-Systemen entstehen schnell Seiten, die Inhalte bündeln – und plötzlich ebenfalls ranken.
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So finden Sie Keyword-Kannibalisierung zuverlässig (ohne Ratespiel)
Schritt 1: Keyword nehmen und prüfen, welche URLs ranken
Nehmen Sie ein relevantes Keyword (am besten nutzen Sie die Google Search Console) und schauen:
- Welche URL bekommt Impressionen?
- Welche URL bekommt Klicks?
- Wechselt die URL im Zeitverlauf?
Wenn Sie mehrere URLs sehen, die für dasselbe Keyword ranken: Kandidat gefunden.
Schritt 2: Prüfen Sie die Suchintention
Fragen Sie sich ganz ehrlich:
Was erwartet jemand bei diesem Keyword?
- will die Person Information (Ratgeber, Erklärung, Checkliste)?
- will sie Vergleiche (Kosten, Anbieter, Beispiele)?
- will sie eine Lösung buchen (Leistungsseite, Termin, Kontakt)?
Wenn zwei Seiten dieselbe Intention bedienen, ist das fast immer Kannibalisierung.
Schritt 3: Entscheiden Sie: Welche Seite soll gewinnen?
Jetzt kommt der wichtigste Part.
Wählen Sie eine „Hauptseite“ (Primary URL), die langfristig die stärkste Sichtbarkeit bekommen soll. Alles andere ordnen Sie dieser Seite unter.
Der schnelle Entscheidungs-Guide: Blogartikel oder Leistungsseite?
Viele Unternehmen hängen genau hier fest. Darum ein einfacher Praxis-Check:
Wenn das Keyword klar anfrageorientiert ist („Beratung“, „Kosten“, „Angebot“, „Termin“), dann sollte in 80% der Fälle eine Leistungsseite gewinnen.
Wenn das Keyword klar informationsorientiert ist („Was ist“, „Anleitung“, „Checkliste“, „Tipps“, „Beispiele“), dann darf ein Blogartikel gewinnen.
Und wenn Sie beides brauchen? Dann trennen Sie die Intention sauber:
- Blogartikel = erklärt, sortiert vor, nimmt Unsicherheit
- Leistungsseite = konkretisiert Angebot, liefert Schritte, macht Kontakt leicht
Das funktioniert – aber nur, wenn beide Seiten nicht denselben Text in anderer Verpackung bieten.
Keyword-Kannibalisierung beheben: 6 Lösungen, die wirklich funktionieren
1) Inhalte zusammenführen (Merge)
Das ist oft die beste Lösung, wenn zwei Seiten dasselbe abdecken.
Sie bauen eine starke Seite, die alles enthält, was bisher auf zwei Seiten verteilt war. Dadurch bündeln Sie Relevanz, interne Links, Backlinks und Nutzer-Signale.
Praktischer Tipp:
Nehmen Sie die Seite mit den besseren Signalen (Klicks/Links/Performance) als Basis und integrieren Sie die Inhalte der anderen Seite sinnvoll.
2) 301-Weiterleitung auf die Hauptseite
Wenn eine Seite nach dem Merge keine Aufgabe mehr hat: Weiterleiten.
Damit verlieren Sie nicht einfach Traffic, sondern leiten die Signale auf die Hauptseite weiter. Wichtig: Nicht auf die Startseite „wegparken“, sondern sauber auf die thematisch passende URL.
3) Inhalte differenzieren (Intent trennen)
Wenn beide Seiten sinnvoll sind, dann müssen sie klar unterschiedliche Fragen beantworten.
Beispiel:
- Seite A: „Landingpage erstellen lassen“ (Leistung, Angebot, Ablauf, Preise, Beispiele)
- Seite B: „Landingpage erstellen: Checkliste“ (Info, Struktur, Beispiele, typische Fehler)
Der Unterschied muss in den ersten Absätzen spürbar sein – nicht erst irgendwo unten.
4) Interne Verlinkung gezielt steuern
Oft ist Kannibalisierung auch ein internes „Link-Problem“.
Wenn Sie intern mal auf URL A, mal auf URL B mit ähnlichen Ankertexten verlinken, senden Sie gemischte Signale.
Regel:
Für das Hauptkeyword sollte intern primär auf die Hauptseite verlinkt werden.
Die zweite Seite verlinkt dann gezielt zur Hauptseite (mit klarem CTA oder Kontext).
5) Canonical nur einsetzen, wenn Sie wissen, was Sie tun
Canonical kann helfen, ist aber keine „magische Kannibalisierungs-Lösung“. Wenn Inhalte wirklich ähnlich sind und beide URLs bleiben müssen (z. B. technische Gründe), kann Canonical sinnvoll sein.
In vielen KMU-Fällen ist Merge + Redirect oder saubere Intent-Trennung die robustere Lösung.
6) Content aktualisieren und die Hauptseite stärken
Manchmal konkurrieren Seiten, weil keine davon wirklich „die beste“ ist.
Dann gilt: Hauptseite auswählen und verbessern:
- Suchintention besser treffen
- Struktur klarer machen (H2/H3, FAQs)
- Beispiele, Beweise, Bilder, Prozesse ergänzen
- CTA verbessern (Kontakt, Termin, Angebot)
So verhindern Sie Keyword-Kannibalisierung dauerhaft
Keyword-Kannibalisierung ist selten ein einmaliges Problem. Es kommt wieder – außer Sie bauen ein einfaches System.
1) Keyword-Mapping (klein, aber konsequent)
Sie brauchen keine riesige Excel-Orgie. Eine einfache Liste reicht:
- Keyword / Thema
- Suchintention (Info / Vergleich / Anfrage)
- Ziel-URL (die Hauptseite)
- Status (bestehend / geplant / update nötig)
2) Bevor Sie neue Seiten erstellen: „Gibt es das schon?“
Klingt banal, spart aber Monate.
Fragen Sie vor jedem neuen Artikel oder jeder neuen Landingpage:
- Haben wir dazu schon eine Seite?
- Wenn ja: sollte die bestehende Seite erweitert statt verdoppelt werden?
3) Klare Seitenrollen definieren
- Blog = Wissen, Einordnung, Vorqualifizierung
- Leistungsseiten = Angebot, Vorgehen, Vertrauen, Kontakt
Wenn beides dasselbe macht, entsteht automatisch Kannibalisierung.
FAQ: Häufige Fragen zu Keyword-Kannibalisierung
Ist es schlecht, wenn mehrere Seiten für ein Keyword ranken?
Nicht automatisch. Schlecht wird es, wenn Google nicht eindeutig weiß, welche Seite relevant ist – und dadurch Rankings instabil werden oder die falsche Seite rankt.
Wie schnell sieht man Verbesserungen nach einem Fix?
Oft innerhalb von einigen Wochen, manchmal schneller. Bei Redirects und Merge kann Google relativ zügig reagieren, wenn intern sauber verlinkt ist.
Soll ich die „schwächere“ Seite einfach löschen?
Löschen ohne Weiterleitung ist meistens verschenkt. Wenn die Seite Traffic oder Backlinks hat: besser zusammenführen und weiterleiten.
Was ist die beste Lösung?
In vielen Fällen: Merge + 301 oder Intent trennen + interne Links sauber steuern. Welche Option passt, hängt davon ab, ob beide Seiten wirklich eine eigene Aufgabe haben.
Fazit: Eine starke Seite schlägt zwei mittelmäßige
Keyword-Kannibalisierung ist kein Drama – aber sie ist ein echter SEO-Bremser, weil Sie Ihre eigene Relevanz aufsplitten.
Wenn Sie das Thema sauber lösen, passiert häufig genau das, was sich nach „endlich!“ anfühlt:
- stabilere Rankings
- klarere Sichtbarkeit
- bessere Klickrate
- und oft auch: mehr Anfragen, weil die richtige Seite rankt
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