Reels scheitern selten am Schnitt. Sie scheitern daran, dass in den ersten Sekunden nicht klar ist, warum man dranbleiben sollte. Und wenn Menschen nicht sofort verstehen, was sie bekommen, wischen sie weiter. Nicht, weil Ihr Inhalt schlecht ist, sondern weil Social Media gnadenlos ist.
Die Hook ist deshalb nicht „eine kreative Idee“, sondern die Eintrittskarte in Ihren Content. Sie sorgt dafür, dass Zuschauer verstehen: Das ist relevant für mich. Und genau das entscheidet über Watchtime, Interaktionen und am Ende über Reichweite.
In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen Hook-Formeln, die funktionieren, ohne dass Sie wie ein Marktschreier wirken. Dazu bekommen Sie ein klares System, wie Sie Hooks bauen, testen und in ein Reel verwandeln, das nicht nur Views, sondern auch Anfragen bringen kann.
Was ist eine Hook und warum ist sie so wichtig?
Eine Hook ist der Einstieg Ihres Reels: der erste Satz, die erste Textzeile im Video oder der erste Moment, der das Thema eindeutig macht. Ihr Ziel ist nicht „viral“, Ihr Ziel ist Aufmerksamkeit mit Richtung.
Eine gute Hook erfüllt drei Aufgaben gleichzeitig:
Sie macht sofort klar, worum es geht. Sie zeigt, für wen es ist. Und sie verspricht ein Ergebnis (Wissen, Lösung, Aha-Moment, Entscheidungshilfe).
Die häufigste Ursache für schlechte Hooks
Viele Unternehmen starten mit sich selbst: „Wir sind…“, „Heute zeige ich…“, „Willkommen zu…“. Das ist nett, aber Zuschauer haben keinen Grund, dafür Zeit zu investieren.
Besser ist: Starten Sie beim Problem, beim Ergebnis oder beim Aha-Moment. Also dort, wo der Zuschauer gedanklich schon ist.
Der Hook-Baukasten: So bauen Sie starke Einstiege (ohne Schauspiel)
Damit eine Hook funktioniert, braucht sie meistens nur zwei Elemente: Kontext + Nutzen. Optional kommt ein drittes dazu: Beweis (warum man Ihnen glauben sollte).
Ein einfacher Bauplan sieht so aus:
(Problem/Frage) → (Lösung/Ergebnis) → (Was jetzt kommt)
Beispiel:
„Ihre Webseite bringt kaum Anfragen? Ich zeige Ihnen drei Stellen, die fast immer der Grund sind und wie Sie sie schnell verbessern.“
Das klingt nicht nach „Internet-Guru“. Das klingt nach Hilfe.
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12 Hook-Formeln, die in Reels zuverlässig funktionieren
Sie müssen nicht alle verwenden. Aber wenn Sie diese Muster beherrschen, können Sie fast jedes Thema so verpacken, dass Menschen dranbleiben.
1) „Wenn Du X hast, machst Du wahrscheinlich Y falsch“
Das funktioniert, weil es sofort relevant ist und ein Problem anspricht.
Beispiel: „Wenn Deine Reels kaum Reichweite bekommen, ist Deine Hook wahrscheinlich zu unklar.“
2) „Die meisten machen X. Besser ist Y.“
Das ist eine klare Gegenüberstellung und erzeugt Neugier.
Beispiel: „Die meisten schreiben ihre Caption für Likes. Besser ist: Schreib sie für die Suche.“
3) „3 Dinge, die Du sofort prüfen sollten“
Klassiker, aber nur dann gut, wenn die Dinge wirklich konkret sind.
Beispiel: „3 Dinge, die Deine Landingpage sofort besser konvertieren lassen.“
4) „Das hätte ich gern früher gewusst“
Wirkt menschlich und weniger werblich.
Beispiel: „Das hätte ich gern früher über Google Maps Ranking gewusst.“
5) „Stop. Das kostet Geld.“
Direkt, aber nicht peinlich, wenn danach Substanz kommt.
Beispiel: „Stop. Diese eine Sache kostet Dich jeden Monat Anfragen.“
6) „So löst Du X in 60 Sekunden“
Zeitbegrenzung erhöht die Bereitschaft zu bleiben.
Beispiel: „So optimierst Du Dein Instagram-Profil für Suche in 60 Sekunden.“
7) „Vorher/Nachher: So sieht’s aus, wenn es funktioniert“
Besonders stark, wenn Sie mit Screenshots, Zahlen oder konkreten Veränderungen arbeiten.
Beispiel: „Vorher/Nachher: Diese Startseite sah gut aus, brachte aber keine Anfragen. Das war der Fix.“
8) „Ich zeige Dir den Fehler, den ich ständig sehe“
Das positioniert Sie als Praktiker, nicht als Theoretiker.
Beispiel: „Der häufigste Fehler bei Reels: Der Zuschauer weiß nicht, worum es geht.“
9) „Eine Sache, die fast niemand macht, aber viel bringt“
Das triggert Neugier, ohne übertrieben zu wirken.
Beispiel: „Eine Sache, die fast niemand in Storys nutzt, die aber DMs bringt.“
10) „Wenn Du nur 1 Sache heute ändern kannst, dann diese“
Gibt Orientierung und wirkt souverän.
Beispiel: „Wenn Du heute nur 1 Sache an Deiner Website ändern kannst: Mach den CTA glasklar.“
11) „Mythos vs. Realität“
Sehr gut für Saves und Diskussion, wenn Sie sauber erklären.
Beispiel: „Mythos: Hashtags sind der Reichweiten-Hebel. Realität: Ihre Keywords sind wichtiger.“
12) „Ich erkläre Dir das ohne Fachchinesisch“
Funktioniert besonders gut bei erklärungsbedürftigen Branchen/Themen.
Beispiel: „Ich erkläre Dir GA4 Conversions so, dass Du es wirklich anwenden kannst.“
So machen Sie Hooks „uncringe“: Tonalität & Umsetzung
Eine Hook wird nicht cringe, weil sie direkt ist. Sie wird cringe, wenn sie überverspricht oder künstlich klingt.
Drei einfache Regeln helfen sofort:
Erstens: Sprechen Sie so, wie Sie auch im Kundengespräch sprechen würden.
Zweitens: Versprechen Sie kein „Geheimnis“, wenn Sie nur Basics liefern.
Drittens: Nutzen Sie klare Worte statt Marketing-Phrasen.
Wenn Sie sich beim Aussprechen Ihrer Hook unwohl fühlen, ist das meist ein gutes Signal, dass sie nicht zu Ihnen passt. Dann bauen Sie sie um, aber behalten den Kern: Kontext + Nutzen.
Die perfekte Hook ist nichts wert ohne den nächsten Satz
Viele Hooks sind gar nicht schlecht. Sie brechen nur danach ein.
Der Übergang muss direkt erklären, was passiert. Beispiel:
Hook: „Wenn Ihre Reels kaum Reichweite bekommen, ist Ihre Hook zu unklar.“
Weiter: „Ich zeige Ihnen jetzt 3 Hook-Starts, die in fast jeder Branche funktionieren, plus ein einfaches Template.“
Damit halten Sie die Aufmerksamkeit fest, statt sie zu verlieren.
Hook-Templates für 15, 30 und 60 Sekunden Reels
15 Sekunden (schnell, knackig)
Hook → 1 Tipp → 1 Satz Begründung → CTA
Beispiel-CTA: „Speichern, wenn Sie das testen wollen.“
30 Sekunden (der beste Allrounder)
Hook → 3 Punkte (kurz) → 1 Mini-Beispiel → CTA
Ideal für Checklisten, Fehler, schnelle Frameworks.
60 Sekunden (für Vertrauen und Tiefe)
Hook → Problemrahmen → Schritt-für-Schritt → typischer Fehler → CTA
Das ist das Format, das am ehesten aus Reichweite Anfragen machen kann, weil es Kompetenz zeigt.
Wie Sie Hooks testen, ohne jeden Tag neu zu erfinden
Sie brauchen kein Chaos. Sie brauchen ein kleines Testschema.
Nehmen Sie ein Thema und produzieren Sie zwei Versionen: gleiche Inhalte, andere Hook. Posten Sie sie zeitversetzt. Beobachten Sie dann vor allem die ersten Signale: Bleiben Leute dran, speichern sie, schicken sie es weiter?
Wenn ein Hook-Muster bei Ihrer Zielgruppe funktioniert, machen Sie daraus eine Serie. Social Media belohnt Wiederholbarkeit, nicht dauernd neue Ideen.
Fazit
Eine gute Hook ist kein Trick. Sie ist Klarheit. Wenn Zuschauer in den ersten Sekunden verstehen, dass Ihr Reel ein relevantes Problem löst oder eine konkrete Entscheidung erleichtert, bleiben sie dran. Und wenn Sie dann liefern, wird aus Reichweite Vertrauen und aus Vertrauen werden Anfragen.
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