Viele Unternehmen starten Social Media mit einer simplen Idee: „Wir müssen da auch mal was machen.“ Das Ergebnis ist dann oft ebenso simpel: ein paar Posts, wenig Wirkung, irgendwann Funkstille.
Die bessere Frage lautet: Welche Plattform passt zu Ihrem Angebot, Ihrer Zielgruppe und Ihrem Ziel? Denn Instagram, TikTok und LinkedIn funktionieren unterschiedlich. Nicht besser oder schlechter, nur anders.
Damit Sie nicht raten müssen, bekommen Sie hier eine klare Entscheidungshilfe: Was die Plattformen gut können, wo sie typischerweise scheitern und wie Sie die richtige Wahl treffen, ohne sich zu verzetteln.
Kurzentscheidung: Wenn Sie nur 30 Sekunden Zeit haben
- LinkedIn ist meist die beste Wahl, wenn Sie B2B, hochpreisige Dienstleistungen oder Recruiting im Fokus haben.
- Instagram passt besonders gut, wenn Sie Marke, Vertrauen, Einblicke, lokale Sichtbarkeit oder Community aufbauen wollen.
- TikTok ist stark, wenn Sie schnell Reichweite möchten und Ihr Thema sich gut in kurzen, klaren Videos erklären lässt.
Wenn Sie sich in zwei Punkten wiederfinden: Dann sind Sie schon näher an der richtigen Plattform als die meisten.
Was Sie vorab klären sollten (sonst wird jede Plattform „schwierig“)
Bevor Sie eine Plattform wählen, sollten drei Dinge klar sein: Ziel, Zielgruppe und Angebot.
Ihr Ziel ist zum Beispiel „mehr Anfragen“, „mehr Bewerbungen“, „mehr Bekanntheit“ oder „mehr Verkäufe“. Ihre Zielgruppe ist konkret genug, dass Sie deren Fragen, Einwände und Alltag verstehen. Und Ihr Angebot ist in einem Satz erklärbar (für wen, welches Problem, welches Ergebnis).
Wenn diese Basis fehlt, ist Social Media nicht „zu hart“. Dann ist es einfach unklar.
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Plattform-Vergleich: Stärken, typische Einsatzbereiche und Erwartungen
Damit Sie schnell ein Gefühl bekommen, hier eine kompakte Orientierung:
| Plattform | Besonders stark für | Typische Formate | Erwartung an Content |
|---|---|---|---|
| Marke, Vertrauen, lokale Sichtbarkeit, Community, visuelle Branchen | Reels, Stories, Karussells | konsistent, gut aufbereitet, wiedererkennbar | |
| TikTok | Reichweite, Aufmerksamkeit, schnelle Lerninhalte, „Entdecken“ | Kurzvideos (Hook-first), Serien | roh, direkt, verständlich, schnell |
| B2B-Leads, Expertenstatus, Recruiting, Entscheider | Posts, Dokumente, kurze Videos | klar, fachlich, meinungsstark, praxisnah |
Instagram: Wenn Vertrauen und Wiedererkennung zählen
Instagram ist für viele Unternehmen die Plattform, auf der Vertrauen entsteht. Menschen bekommen Einblicke, sehen Projekte, lesen Kundenstimmen und lernen Ihr Team kennen. Gerade für Dienstleister, Handwerk, lokale Betriebe, Gastronomie, Gesundheit oder Lifestyle-Marken ist das oft ein echter Vorteil.
Was gut funktioniert: wiederkehrende Formate, die Ihre Kompetenz zeigen, ohne dass es nach Werbung klingt. Wenn Ihre Kunden vor allem „Wer sind die? Kann ich denen vertrauen?“ denken, ist Instagram häufig der stärkste Startpunkt.
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TikTok: Wenn Sie Reichweite wollen und Inhalte schnell „greifen“ müssen
TikTok ist nicht nur Tanzvideos. Es ist eine Plattform, auf der Inhalte schnell entdeckt werden, wenn sie ein Problem lösen oder neugierig machen. Entscheidend ist hier weniger Perfektion, sondern Verständlichkeit: klare Hooks, klare Aussage, klare Struktur.
TikTok eignet sich besonders gut, wenn Sie Themen haben, die sich in 15–45 Sekunden gut erklären lassen, zum Beispiel „Fehler vermeiden“, „So geht’s“, „Mythen“, „Vorher/Nachher“ oder „3 Tipps zu …“.
Wichtig ist: TikTok ist kein Kanal, den man „nebenbei“ bespielt. Wenn Sie TikTok machen, brauchen Sie ein System für Ideen, Serien und Produktion. Dann kann es sehr schnell Ergebnisse liefern.
LinkedIn: Wenn Sie B2B, Entscheider und Recruiting ernst meinen
LinkedIn ist in vielen Fällen die beste Plattform, wenn Sie im B2B unterwegs sind oder hochwertige Dienstleistungen anbieten. Hier funktioniert Social Media weniger über „schöne Bilder“, sondern über klare Positionierung, Praxis-Insights, Meinung mit Substanz und nachvollziehbare Beispiele.
Auch Recruiting funktioniert hier oft stark, wenn Sie nicht nur Stellenanzeigen posten, sondern zeigen, wie Sie arbeiten, was bei Ihnen anders ist und wen Sie wirklich suchen.
Wer LinkedIn richtig macht, baut Autorität auf. Und Autorität ist im B2B fast immer der kürzeste Weg zu Anfragen.
Entscheidungshilfe: Welche Plattform passt zu Ihrem Ziel?
Wenn Sie sich entscheiden müssen, hilft dieser einfache Blickwinkel:
Wenn Sie vor allem Anfragen wollen:
LinkedIn (B2B) oder Instagram (B2C/lokal) funktionieren häufig am stabilsten. TikTok kann zusätzlich Reichweite bringen, braucht aber stärkere Content-Disziplin.
Wenn Sie vor allem Bekanntheit wollen:
TikTok ist oft der schnellste Reichweitenhebel. Instagram ist stärker für Wiedererkennung und Markenbild über Zeit.
Wenn Sie Recruiting priorisieren:
LinkedIn ist meist die erste Wahl, Instagram kann ergänzend wirken, wenn Sie Unternehmenskultur zeigen wollen.
Wenn Sie sich immer noch unsicher sind, beantworten Sie sich drei Fragen:
- Entscheiden Ihre Kunden eher rational (B2B, Budget, Vergleich) oder emotional (Vertrauen, Sympathie, Eindruck)?
- Können Sie regelmäßig Inhalte liefern, die Probleme erklären oder Einblicke geben?
- Wollen Sie kurzfristige Aufmerksamkeit oder langfristig ein System, das trägt?
Typische Fehler, die Social Media unnötig schwer machen
Viele Unternehmen verlieren nicht, weil die Plattform „nicht funktioniert“, sondern weil das Setup nicht stimmt. Häufige Muster sind: zu viele Themen auf einmal, kein klares Format, zu seltenes Posten, kein CTA und keine Verbindung zur Webseite oder Leistung.
Social Media ist keine Bühne für “wir posten halt”. Es ist ein Vertriebsvorraum. Wenn am Ende nie klar wird, was der nächste Schritt ist, bleiben auch Ergebnisse aus.
Fazit: Die beste Plattform ist die, die Sie konsequent bespielen können
Instagram, TikTok und LinkedIn können alle funktionieren. Entscheidend ist, dass Plattform, Ziel und Content-System zusammenpassen. Wenn Sie nur starten, um „auch da zu sein“, wird es schwer. Wenn Sie starten, um ein klares Ziel zu erreichen und Ihren Content darauf ausrichten, wird es messbar.
Und ja: Sie müssen nicht überall sein. In den meisten Fällen reicht es, einen Kanal richtig zu machen, statt drei halb.
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