Viele Unternehmen sind auf Social Media aktiv. Es werden Bilder gepostet, Storys gemacht, manchmal sogar Reels. Und trotzdem passiert… nichts. Keine Anfragen, keine Bewerbungen, keine spürbare Wirkung.
Der Grund ist fast nie „der Algorithmus“. Der Grund ist meist viel einfacher: Social Media ist da. Social Media Marketing fehlt.
Denn „auf Social Media sein“ heißt nur: präsent sein. Social Media Marketing heißt: gezielt sichtbar werden, Vertrauen aufbauen und aus Aufmerksamkeit echte Ergebnisse machen.
Social Media Marketing kurz erklärt
Social Media Marketing bedeutet: Ein Unternehmen nutzt Plattformen wie Instagram, Facebook, TikTok, LinkedIn oder YouTube strategisch, um…
- Bekanntheit aufzubauen (Menschen erkennen Sie wieder),
- Vertrauen zu gewinnen (Menschen verstehen, wofür Sie stehen),
- und Kunden oder Bewerber zu gewinnen (Menschen wissen, was sie als Nächstes tun sollen).
Der entscheidende Unterschied ist das Wort „strategisch“.
Ein einzelner Post ist noch kein Marketing. Marketing ist ein System.
Merksatz: Social Media ist der Ort. Social Media Marketing ist der Plan dahinter.
Social Media Marketing ist nicht: „Wir posten halt mal was“
Viele Unternehmen machen Social Media nebenbei. Das Problem: Nebenbei entsteht selten etwas, das wirkt.
Social Media Marketing ist nicht:
- ab und zu einen Beitrag posten, wenn gerade Zeit ist,
- „schöne Bilder“ ohne klare Botschaft,
- nur Reichweite jagen (Reichweite ist kein Ziel, sondern ein Mittel),
- hoffen, dass Leute schon irgendwie anfragen.
Wenn Sie das Gefühl haben, Sie posten „ins Leere“, dann liegt es meistens daran, dass Inhalte nicht in ein System eingebettet sind, das Menschen Schritt für Schritt von „Ich sehe das“ zu „Ich vertraue Ihnen“ und dann zu „Ich melde mich“ führt.
Warum Social Media Marketing für Unternehmen heute Pflicht ist
Menschen informieren sich heute nicht nur über Google, sondern auch über Social Media. Selbst wenn jemand später über Empfehlungen oder die Webseite kauft: Social Media ist oft der Ort, an dem Vertrauen entsteht.
Social Media Marketing hilft Ihnen dabei, dass…
- Ihr Unternehmen im Kopf bleibt (Wiedererkennung),
- Sie kompetent wirken, ohne sich ständig „verkaufen“ zu müssen,
- Interessenten Sie einschätzen können, bevor sie Kontakt aufnehmen,
- Sie lokal sichtbar werden (besonders für regionale Unternehmen extrem relevant),
- Sie Bewerbungen und Mitarbeiter-Anfragen bekommen können,
- Sie sich klar von austauschbaren Wettbewerbern abheben.
Kurz: Wer nicht sichtbar ist, wird seltener gewählt. Nicht, weil das fair ist. Sondern weil Menschen eben Menschen sind.
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Die häufigste Situation: Sie posten, aber es bringt nichts. Warum?
Das passiert typischerweise aus fünf Gründen:
1) Es gibt kein klares Ziel
Wollen Sie mehr Anfragen? Bewerbungen? Bekanntheit in der Region? Kundenbindung?
Wenn das Ziel nicht klar ist, wird Content zufällig. Und zufälliger Content liefert zufällige Ergebnisse.
2) Die Zielgruppe ist „alle“
Wenn Sie alle ansprechen, fühlt sich niemand angesprochen.
Gutes Social Media Marketing wirkt, als wäre es für eine bestimmte Person geschrieben.
3) Es fehlt eine klare Botschaft
Viele Inhalte sagen in nett: „Wir sind gut in dem, was wir machen.“
Das Problem: Das sagt wirklich jedes Unternehmen.
Besser ist: Wofür stehen Sie? Was lösen Sie? Was unterscheidet Sie?
4) Es fehlt der nächste Schritt
Viele Posts enden ohne Richtung. Menschen denken dann: „Okay“ und scrollen weiter.
Social Media Marketing braucht immer einen logischen nächsten Schritt: speichern, kommentieren, Nachricht schreiben, Termin anfragen, Webseite besuchen.
5) Es fehlt Wiederholung
Erfolg entsteht selten durch einen Ausreißer-Post.
Er entsteht durch Wiedererkennung: gleiche Themen, gleiche Formate, klare Linie.
Die 3 Säulen, damit Social Media Marketing funktioniert
Wenn Sie es einfach und umsetzbar halten wollen, denken Sie in drei Bausteinen:
1) Content: Aufmerksamkeit und Relevanz
Menschen bleiben hängen, wenn Inhalte…
- ein Problem treffen,
- eine Frage beantworten,
- eine klare Meinung haben,
- oder einen echten Einblick geben.
2) Community: Vertrauen und Beziehung
Social Media ist keine Litfaßsäule. Es ist ein Gespräch.
Antworten Sie auf Kommentare und Nachrichten, greifen Sie Fragen auf, zeigen Sie Präsenz. Das baut Vertrauen schneller auf als jeder Hochglanz-Post.
3) Conversion: aus Aufmerksamkeit wird eine Anfrage
Das passiert nur, wenn Sie…
- ein klares Angebot haben,
- verständlich erklären, wie Zusammenarbeit abläuft,
- und regelmäßig zeigen, dass Menschen bei Ihnen richtig sind (Beweise, Beispiele, Prozesse).
Wie Social Media Marketing in der Praxis abläuft (Schritt für Schritt)
Schritt 1: Ein Ziel wählen
Starten Sie mit einem primären Ziel, zum Beispiel:
- Bekanntheit (z.B. lokal sichtbarer werden)
- Anfragen/Leads (Dienstleistung, Beratung, Termine)
- Recruiting (Bewerbungen)
- Kundenbindung (Bestandskunden aktivieren)
Schritt 2: Zielgruppe glasklar definieren
Nicht nur Branche, sondern konkret:
- Welche typischen Fragen/Ängste hat die Zielgruppe?
- Was hält sie davon ab, eine Anfrage zu stellen?
- Welche Missverständnisse gibt es über Ihr Angebot?
Schritt 3: Plattform passend auswählen
Nicht alles gleichzeitig. Das ist kein „Ambition“, das ist Chaos.
- Instagram: stark für Sichtbarkeit + Vertrauen (viele Branchen)
- Facebook: lokal oft weiterhin relevant (Community, Gruppen)
- TikTok: Reichweite + Aufmerksamkeit, wenn Content passt
- LinkedIn: B2B, Recruiting, Expertise
- YouTube: langfristige Sichtbarkeit (erklären, Vertrauen, Suchintention)
Schritt 4: Content-System statt Ideensuche bauen
Wer jeden Monat „Ideen braucht“, hat kein System.
Ein System heißt: Sie definieren Content-Kategorien, die Sie immer wieder spielen können, z.B.:
- Probleme & Lösungen (die 10 häufigsten Kundenfragen)
- Beweise (Referenzen, Ergebnisse, Vorher/Nachher, Kundenstimmen)
- Einblicke (Team, Ablauf, Alltag, Werte, Qualität)
- Angebot & Prozess (so läuft’s ab, so starten wir, so buchen Sie)
Schritt 5: Formate wählen, die Sie wirklich durchhalten
Lieber 2 Formate, die konsequent kommen, als 7 Formate, die nach 2 Wochen sterben.
Beispiel-Kombi (sehr praktikabel):
- 1–2 Reels pro Woche (Aufmerksamkeit)
- 1 Karussell pro Woche (Wissen, Speichern, Vertrauen)
- Storys als Begleitung (Nähe, Alltag, Interaktion)
Schritt 6: Messen und optimieren
Social Media Marketing ist kein Kunstprojekt. Es ist ein Prozess.
Wichtige Fragen:
- Welche Inhalte werden gespeichert?
- Welche Inhalte bringen Nachrichten?
- Welche Inhalte sorgen dafür, dass Menschen Ihre Marke wiedererkennen?
Praxisbeispiel: Lokale Bekanntheit steigern
Ein typisches Ziel für regionale Unternehmen ist: „Mehr Menschen in der Umgebung sollen uns kennen.“
Was fast nie funktioniert:
- austauschbare Beiträge,
- reine Produktfotos ohne Kontext,
- „Wir sind Ihr Partner“-Sprüche.
Was deutlich besser funktioniert:
- regionale Relevanz (lokale Themen, Einordnung, Bezug),
- Einblicke in echte Arbeit (Prozess, Qualität, Team),
- klare, wiederkehrende Formate (z.B. „Tipp der Woche“, „So läuft’s bei uns“, „Häufige Frage“),
- und regelmäßige Interaktion (Kommentare, Nachrichten, Story-Umfragen).
Ergebnis: Das Unternehmen wird nicht nur gesehen, sondern wiedererkannt. Und genau das ist bei lokaler Sichtbarkeit der Schlüssel.
Die häufigsten Fehler (und wie Sie sie sofort beheben)
Fehler 1: „Wir posten einfach irgendwas.“
Fix: Definieren Sie 4–5 Content-Kategorien (siehe oben) und posten Sie nur daraus.
Fehler 2: Keine klare Positionierung
Fix: Formulieren Sie in einem Satz, wofür Sie stehen.
Beispiel: „Wir helfen [Zielgruppe], [Problem] zu lösen, damit [Ergebnis].“
Fehler 3: Content ist zu allgemein
Fix: Werden Sie konkreter:
Statt „Tipps für mehr Erfolg“ lieber „Die 3 Fehler, die bei uns in der Region fast jeder Betrieb auf Social Media macht.“
Fehler 4: Es gibt keinen nächsten Schritt
Fix: Geben Sie immer eine klare Aktion vor, z.B.:
„Wenn Sie möchten, schicken Sie uns kurz eine Nachricht mit ‚Check‘, dann sagen wir Ihnen, was bei Ihrem Profil am meisten bremst.“
Fehler 5: Unregelmäßigkeit
Fix: Setzen Sie sich ein realistisches Minimum, das Sie durchhalten.
Zum Beispiel: 2 Inhalte pro Woche + Storys, wenn es passt. Konsequent schlägt „perfekt“.
Schnellstart: So setzen Sie Social Media Marketing in 30 Minuten sinnvoll auf
Wenn Sie heute anfangen wollen, ohne sich zu verzetteln:
- Schreiben Sie Ihr Ziel auf (ein Satz).
- Notieren Sie die 10 häufigsten Fragen Ihrer Kunden.
- Machen Sie daraus 10 Posts (je Frage ein Inhalt).
- Definieren Sie 2 feste Formate, die Sie wiederholen.
- Planen Sie 4 Wochen vor (nicht kreativ, sondern strukturiert).
- Entscheiden Sie einen klaren CTA (Nachricht, Termin, Anfrage).
- Prüfen Sie nach 2 Wochen: Was wird gespeichert, was bringt Nachrichten?
Wenn Sie das tun, sind Sie weiter als ein großer Teil Ihrer Konkurrenz.
Häufige Fragen zu Social Media Marketing
Wie oft sollte man posten?
So oft, wie Sie es konsequent schaffen.
Ein realistischer Rhythmus ist besser als ein ambitionierter Plan, der nach 10 Tagen endet.
Braucht wirklich jedes Unternehmen Social Media?
In der Praxis: Fast jedes Unternehmen profitiert davon, weil Sichtbarkeit und Vertrauen heute dort entstehen, wo Menschen täglich Zeit verbringen. Entscheidend ist nicht „ob“, sondern „wie strategisch“.
Muss man dafür Werbung schalten?
Nicht zwingend. Aber: Werbung kann Ergebnisse planbarer machen, besonders bei Lead-Kampagnen und Recruiting. Gute organische Inhalte bleiben trotzdem die Basis, weil sie Vertrauen schaffen.
Wie lange dauert es, bis Ergebnisse kommen?
Das hängt von Ziel, Branche, Ausgangslage und Konsistenz ab. Social Media ist selten „sofort“, aber sehr oft ein starker Hebel, wenn man ein System aufbaut und nicht nur „postet“.
Fazit: Social Media Marketing ist ein System, kein Zufall
Wenn Sie Social Media Marketing einfach erklären wollen, dann so:
Social Media Marketing ist die strategische Nutzung sozialer Netzwerke, um sichtbar zu werden, Vertrauen aufzubauen und aus Aufmerksamkeit echte Anfragen, Bewerbungen oder Käufe zu machen.
Wer nur „irgendwas postet“, bekommt meistens „irgendwelche Ergebnisse“.
Wer ein System baut, wird wiedererkannt und gewinnt langfristig.
Wenn Sie möchten, schauen wir uns Ihre aktuellen Kanäle an und sagen Ihnen ehrlich, warum es gerade nicht funktioniert und was Ihre wichtigsten Hebel wären. (Das spart in der Regel Wochen an Rätselraten.)
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